SIERRA OF LIGHT

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Die Fahrt heraus aus dem Valley war entspannend und führte durch ein Wunderland. Dieser blaue Himmel, die Bäume mit den hellgrünen Flechten, die von innen her zu leuchten schienen, dann die Gipfel der High Sierra, der gleißende Granit- fast zuviel das Alles auf einmal. Die Musik aus dem Autoradio untermalte die Fahrt und ich sog das alles auf wie ein Schwamm. Am Olmsted Point der obligatorische Zwischenstop, der Blick auf den Half Dome, die dünne Höhenluft machte ein wenig beschwipst, die Mandelsteine und die knorrigen, wettergebeugten Bäume, darüber der Himmel, so blau und transparent, ohne Grund Raum, Licht, Weite Freiheit als Landschaft verewigt. Ich schaute ohne zu Wollen, floß ein in diese Welt, die ich bin und immer missen werde. Hinab zu dem tiefblauen Tenaya-Lake, wir hielten in der Parkbucht unter dem Pywiack-Dome und schnappten uns das Material. Wir kletterten die Dike in Wechselführung, drei Freunde lachten sich die Platten hoch. Die Kletterei war unterhaltsam doch nie zu leicht, an Feldspatknobs und manchmal die Dike wandernd, ordentliche Hakenabstände oder gar keine Haken. Die Sonne brannte, wir feierten uns die Platten hoch, waren ein Team, alles lief gemeinsam, wir liesen keine Gelegenheit aus um uns bewußt zu machen wie gut es war. Marc bekam die 5. 9 kühne Sache und ich die 5. 8, da mußte ich auch schon einmal schauen, der Ausstieg ein Riß für Genießer mit riesigen knobs an der Rißkante Erfüllung, Bilder brannten sich ein vom Freund an der Dike, glücklich war ich, waren wir, das Klettern wurde zur Nebensache, die Blicke schweiften zum Lake und zum Half Dome. Am Gipfel eine traumhafte Aussicht zum Medlicott Dome und zu den Cathedrals Sierra of Light, überall Licht, selbst im Schatten der Bäume,Licht und Helligkeit ich vermißte es da schon, mein Herz wimmerte ein wenig vor sich hin. Barfuß lief ich über die Feldspatkristalle am Gipfel, Erinnerungen an die Besteigung des Fairview Domes mit Regine kamen auf. Der Abstieg entwickelte sich abenteuerlich, steile Platten, leicht unsicheres Gefühl kam bei uns allen auf und die Kletterschuhe mußten wieder an die Füße das tat weh. Eine Abseilstelle brachte uns dann endlich in gemütlicheres Gelände. Am Parkplatz saßen wir in der Sonne, badeten in Zufriedenheit, redeten nicht und schauten nur. Marc verließ uns in Richtung Nord-Kalifornien und wir suchten uns einen Platz für die Nacht. Außerhalb des Nationalparks, am Sawmill Lake am Fuße des Mt. Conness fanden wir ihn. Wir waren die Einzigen, sammelten Holz und bewunderten den Sonnenuntergang. Es dauerte lange bis das Licht von den Bergen schwand, dann standen sie da die schwarzen Zacken im nachtblauen Himmel. Das Feuer prasselte und es duftet nach dem Holz der Zedern, es wurde kalt um uns herum und ich freute mich schon auf die Sterne, die meine letzte Nacht in diesem Wunderland bewachen werden.
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