ÄQUINOKTIUM

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Die Bäume wie mahnende Schatten im nachtdunklen WaldEine laue Brise bewegt die Farne wie Finger einer suchenden HandIm Siberlicht des Mondes, das durch das Laubwerk fällt erglimmen sie, als wären sie nicht von dieser Welt. Da eine kleine Maus, die im Laube raschelnd ihrem Bau entgegen eiltIn der Ferne der klagende Ruf eines Käuzchens verhalltTräumende Vögel bewegen sich leise im GeästDer Wald, er schläft, ist durchdrungen vom schwarzen Mantel der Nachtes ist die Zeit, in der die Natur ihre Traumgestalten entläßt. Es ist die Zeit in der sie nach Ruhe strebt damit sie Tag um Tag an ihren Werken webtEs ist die Zeit, in der sich die verlorenen Seelen erheben in traurigem Reigen, still klagend, nach Orten suchen, die ihnen Ruhe gebenVerzaubert lehne ich an einem Baum, mein Kopf ruht an seiner duftenden RindeIch sehe kaum wahrnehmbare Lichter, die sogleich verschwindenWie Lichter aus den Tiefen eines unbekannten Meeres, die ungesehen verglimmenEs werden immer mehr, das Glimmen wird immer dichterRund um mich herum beginnt der stille verwunschene Tanz einsamer IrrlichterJe mehr meine Seele leidet, je deutlicher glaube ich sie zu vernehmen die Musik, die diesen traurigen Tanz begleitetEine Musik, die nur diese verlorenen Seelen ergreifteine Musik, so schön und traurig zugleich, daß sogar der Wald sich vor ihr schweigend verneigtDiese Musik macht das Schicksal der Traurigen leichtStill am Baum lehnend sticht es mir glühend durchs Herz, daß auch ich einst diese Musik vernehmen darf es ist wie ein SchmerzEine Musik so schön und traurig zugleich, daß mich schon jetzt obwohl ich sie noch nie vernommen die Sehnsucht nach ihr ergreift.
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